4 Tipps wie du Veränderungsprozesse als Führungskraft gestaltest
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4 Tipps wie du Veränderungsprozesse als Führungskraft gestaltest
Stell dir ein dynamisches Netzwerk aus Pfaden vor, das sich ständig verändert. Während technologische Fortschritte neue Verbindungen schaffen, werden bestehende Wege durch geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Krisen oder gesellschaftliche Umbrüche blockiert. In unserer global vernetzten Welt überschneiden sich Ereignisse in rasantem Tempo – eine enorme Herausforderung, die Unternehmen und Führungskräfte immer wieder auf die Probe stellt.
Als Führungskraft trägst du in diesem komplexen Umfeld Verantwortung und gestaltest den Wandel aktiv mit. Doch wie kannst du Veränderungsprozesse erfolgreich begleiten? In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie du sowohl die emotionalen als auch die rationalen Aspekte von Veränderung berücksichtigst, Widerstand konstruktiv einbindest und eine zukunftsorientierte Denkweise förderst. Mit praxisnahen Tipps entwickelst du Strategien, um deine Führungsverantwortung in Zeiten hoher Komplexität und Veränderung mit Klarheit und Wirksamkeit auszufüllen.
1. Unterschiedliche Reaktionen auf Wandel erkennen
Menschen reagieren unterschiedlich auf Veränderungen. Während „Change Seeker“ (Menschen mit einer Affinität zur Veränderung) neue Möglichkeiten schnell erkennen und nutzen wollen, fühlen sich „Change Preserver“ (Personen mit einem Fokus auf Bewahren) sicherer im vertrauten Status quo. Diese Präferenzen basieren oft auf individuellen Werten, Erfahrungen und Persönlichkeitsmerkmalen. Die Herausforderung für dich als Führungskraft besteht darin, beide Gruppen in Veränderungsprozesse einzubinden.

Tipps:
- Beobachte das Verhalten und die Reaktionen deiner Mitarbeitenden, um ihre Veränderungspräferenzen zu erkennen.
- Schaffe Orientierung und gehe schrittweise vor, um (Prozess-)Sicherheit zu bieten.
- Nutze die Energie der „Change Seeker“, um Innovationen voranzutreiben, und würdige gleichzeitig die Beiträge der „Change Preserver“, indem du sie durch transparente Kommunikation einbindest.
2. Emotionen im Veränderungsprozess berücksichtigen
Widerstand gehört zu jedem Veränderungsprozess dazu. Wie die Veränderungskurve von Elisabeth Kübler-Ross (Abbildung 2) zeigt, durchlaufen viele Menschen emotionale Phasen wie Schock, Frustration und Unsicherheit, bevor sie Akzeptanz und Integration erreichen.
Tipps:
- Schaffe eine offene Atmosphäre, in der Menschen Emotionen und Sorgen äußern können.
- Erkläre den Veränderungsprozess klar und wiederholt, um ein tiefgehendes Verständnis zu ermöglichen.
- Zeige Empathie und erkenne die Belastungen an, die mit Veränderungen einhergehen.
3. Eine wachstumsorientierte Denkweise etablieren
Ein Growth Mindset hilft dabei, Herausforderungen als Chancen zu sehen, aus Fehlern zu lernen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Diese Haltung ist essenziell, um in dynamischen und komplexen Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Tipps:
- Fördere die Bereitschaft, sich auf Veränderungen einzulassen, indem du ein lernorientiertes Umfeld schaffst – z. B. durch regelmäßige Reflexionsrunden, in denen Entwicklungsschritte und Erkenntnisse besprochen werden.
- Etabliere eine offene Feedbackkultur, die den Austausch von Perspektiven und Ideen unterstützt.
- Schaffe gezielte Lerngelegenheiten, z. B. durch Peer-Learning oder Mentoring-Programme.
- Feiere Fortschritte – auch kleine Erfolge – und lenke so den Fokus auf die positive Entwicklung.
- Sei selbst ein Vorbild, indem du offen mit Feedback umgehst und deine eigene Lernbereitschaft zeigst.
4. Den Blickwinkel erweitern: Status quo kritisch hinterfragen
In Diskussionen über Veränderungen stehen oft entweder die Vorteile des Neuen oder die Nachteile des Wandels im Mittelpunkt. Selten wird jedoch hinterfragt, welche Nachteile der Status quo mit sich bringt oder ob er überhaupt eine tragfähige Option ist. Diese Perspektive kann wertvolle Erkenntnisse für den Veränderungsprozess liefern.


Tipps:
- Mache die Treiber der Veränderung transparent, um Verständnis und Akzeptanz zu schaffen.
- Erkläre, welche Risiken und Nachteile das Festhalten am Status quo mit sich bringt – oder verdeutliche es, wenn dies keine realistische Option ist.
- Nutze Analyse-Tools wie die Widerstandsmatrix (Abbildung 4), um alle Perspektiven systematisch zu beleuchten.

Fazit
Veränderung ist eine Konstante in unserer heutigen Welt – und als Führungskraft hast du die Aufgabe, diesen Wandel aktiv zu gestalten. Indem du die Veränderungspräferenzen deines Teams erkennst, Emotionen ernst nimmst, ein Growth Mindset förderst und verschiedene Perspektiven einbeziehst, kannst du Veränderungsprozesse erfolgreich steuern. Mit den richtigen Strategien und einer klaren Kommunikation kannst du dein Team motivieren, den Wandel als Chance zu begreifen und mitzugestalten.
Dieser Blogartikel ist der erste Teil einer Change-Management Serie. Klicke hier, um zum zweiten Teil zu gelangen!

Anita Berger
Position
Anita Berger ist mit großer Begeisterung Executive Coach, Consultant und Trainer mit den Schwerpunkten Führungskräfte-Entwicklung in der VUCA/BANI Welt, Design und Begleitung von Transformationsprozessen und Unternehmenskulturentwicklung sowie internationales Human Resources Management. Sie ist Mitgesellschafter und Partner von MDI, Management Development International. Anita Berger arbeitet seit mehr als 25 Jahren in Management und Führungspositionen (ua. in der Geschäftsleitung von Coca-Cola Hellenic Österreich & Slowenien & Konica Minolta Business Solutions) in verschiedenen Industrien und Unternehmensgrößen, von mittelständischen Unternehmen bis hin zu internationalen Großkonzernen. Zahlreiche Beiträge beschäftigen sich mit Fragen zu Führen von virtuellen und hybriden Teams, agiles Changemanagement, Organisations- und Führungskultur sowie strategisches Talente Management.